Rheinpfalz, 02.04.2002
“MUTTERSCHUTZ” GANZ OHNE RETTUNGSBOOT
Die Ostersanntagabend-Disco in Käshofen mit zwei Live-Bands kommt nur langsam in Fahrt, dann aber gewaltig.
Gerade die kleinen Partys sind oft die besten. Dass reges Gedränge bei der Osterdisco des Käshofer Vereins “Kultur&Rock” am Sonntagabend im Dorfgemeinschaftshaus Käshofen herrschte, ist übertrieben. Dennoch: Mit den zwei Livebands “Mutterschutz” und “Rock ago” lag der Veranstalter in Sachen Musik goldrichtig, weshalb der Abend auch mit “nur” etwa 140 Gästen ein Erfolg war.
Am Anfang sah es jedoch gar nicht danach aus: Beunruhigt bis nervös umherlaufende “Kultur&Rock”-Mitglieder, schleppender Betrieb an der Kasse und eine vor der Bühne sitzende Band namens “Mutterschutz”. Und das um knapp halb zehn, wo es doch schon um 21 Uhr hätte losgehen sollen. Docj je später der Abend, desto zahlreicher die kamen die Gäste. Der Saal füllte sich doch noch - wenn auch mit auffallend jungem Puplikum.
Ein kurzes “O.K., Käshofen ...” von “Mutterschutz”-Frontman Michael Ebert, dann gab die fünfköpfige Formation mit “Schweine können fliegen” ihr Debüt. “Alarmstufe gelb, Alarmstufe rot, wir fahren übers weite Meer, ohne Rettungsboot ...” tönte es durch den Saal. Doch mit einer beschaulichen Seefahrt hatte der Auftritt wenig gemein: Uwe Fischer (Gitarre), Sven Enkler (Gitarre) und Steffen Roland (Bass) griffen ordentlich in die Saiten, während Tobias Ebert am Schlagzeug keinen Takt schuldig blieb.
Der harte, melodiöse Gitarrenrock mochte in seiner Lautstärke manche zuerst erschreckt haben, doch vielleicht lag es auch einfach an der starken Präsenz, mit der Sänger Michael Ebert & Co. aufwarteten: Das Puplikum stand anfangs einfach nur da, schwieg und starrte auf die Bühne. Dass “Mutterschutz” bei ihrem erst sechsten öffentlichen Auftritt ankamen, das zeigte sich schon nach ihrem zweiten Song “Nicht schon wieder du”. Aus zaghaftem Applaus wurde bald richtiger Beifall, der die Truppe um den im Rollstuhl sitzenden Michael Ebert bestätigte.
Ihre Vielseitigkeit stellten die Jungs von “Mutterschutz” innerhalb nur weniger Titel unter Beweis: Von agressiv wie bei “Nicht schon wieder du” über parodierend (“Heavy Metal Antichrist”) bis ironisch (“Hilfe, ich muss zum Bund”) trafen die Fünf stets die richtigen Worte und Töne (die beide aus Michael Eberts Feder stammen) und nahmen manche Alltagssituation unterhaltsam unter die Lupe. So ging es um Frauen, die - auch wenn sie noch so schön sind - ihr Geschäft verrichten müssen, nervige Gesprächspartner und Bundeswehr-Alltag: “Täglich durch die Scheisse robben, nur am Wochenende poppen.” .....

Rheinpfalz, 10.10.2002
Das Porträt: "Unterhalten, nicht belehren"
Die Band "Mutterschutz" aus Käshofen: CD mit Eigenkompositionen soll bis Jahresende fertig sein
Wenn "Catweazle" mit satanischen Stimmen spricht, ist das dann "Mutterschutz"? Bei der Band "Mutterschutz ist das jedenfalls so. Auf einer Party haben sie sich getroffen, Ex-"Catweazle"-Mitglied Michael Ebert aus Käshofen und Uwe Fischer von den "Satanic Voices". Aus ein paar Treffen wurde im März vergangenen Jahres sehr schnell die neue Band. Und weil ein Mitglied zu dieser Zeit nur Teilzeit arbeitete und stets stolz verkündete, er genieße eben Mutterschutz, war auch der Name rasch gefunden.
Die fünfköpfige Band hat Spaß daran, Hardrock und Heavy Metal zu spielen, und das haben sie seit Sommer 2001 auch getan: Auf zahlreichen Veranstaltungen wie etwa dem Cityfest in Bexbach trat "Mutterschutz" bisher auf. Dass die Mitglieder - sie sind alle um die 30 - ihre musikalische Jugend in den 80ern verbrachten, ist deutlich zu hören.
"Doch wir wollen die Musik nicht neu erfinden, wegen uns muss sich niemand raffinierte Namen für ein neues Genre ausdenken", sagt Sänger Michael Ebert. Die Texte sind - wie der Bandname - deutsch, das schafft schnell Kontakt zu den Zuhörern, denn auch die Themenauswahl passt. Gesungen wird von der Unlust, zum Bund zu müssen und von den Problemen mit dem anderen Geschlecht. Dennoch finden sich auch sozialkritische oder auf andere Weise nachdenkliche Texte im Repertoire. Nicht selten versetzt mit einem Schuss (Selbst-)Ironie, wie auch das Band-Info treffend verrät: "Mutterschutz will unterhalten, nicht belehren."
Die Besetzung der Band ist für Hardrock geradezu klassisch: Zwei Gitarren, gespielt von Uwe Fischer und Sven Enkler, den Bass zupft der Elversberger Steffen Roland und am Schlagzeug sitzt der Bruder des bereits erwähnten Sängers Michael, Tobias Ebert aus Käshofen.
In dieser Besetzung war die Band aus dem Saarpfalzkreis bereits im Tonstudio, um ihre Stücke auf Band zu bannen. Elf Songs sollen auf der ersten "Mutterschutz"-CD sein, mit der sie Ende des Jahres fertig sein wollen, ausschließlich Eigenkompositionen. Bei Konzerten und über die Homepage www.mutterschutz.net sollen die Silberlinge vertrieben werden.
"Die Sache mit den Eigenkompositionen ist das Kniffligste", sagt Michael Ebert, "denn als Coverband hat man"s heute leichter". Doch darin liege die Herausforderung, so der Sänger. Bei Auftritten haben die fünf Musiker jedoch auch zwei Coverstücke parat: "Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens und Rio Reisers Evergreen "König von Deutschland".
Und so darf man gespannt sein, welche dieser Stücke sich im so genannten Set (so nennt man die live gespielten Songs eines Auftritts) finden werden, und ob es "Mutterschutz" gelingen wird, die Leute zu begeistern. Das Rezept jedenfalls ist in sich stimmig: Musik und Texte bilden eine Einheit, erfahrene Musiker sind an den Instrumenten, und die gespielte Musik ist eingängig und rockig.
konzert
Am Samstag, 12. Oktober, um 22 Uhr (nicht um 20 Uhr, wie gestern irrtümlich berichtet) ist "Mutterschutz" als Vorgruppe zu "Nemesis 69" beim Konzert im Zweibrücker "Erdgeschoss" (Pirmasenser Straße 114) zu erleben.
Eintritt: fünf Euro

Rheinpfalz 15.10.2002
Sex und Kindergeld, aber kein Wort zur Familienpolitik
CD-Release-Party von "Nemesis 69" im "Erdgeschoss" - Im Vorprogramm heizen "Mutterschutz" ordentlich ein
Obgleich am Samstagabend öfters die Vokabeln "Kindergeld" und "Mutterschutz" genannt wurden: Die über hundert Besucher waren nicht wegen eines Vortrags über Familienpolitik im "Erdgeschoss". Sie waren gekommen, um die Auftritte von "Mutterschutz" und "Nemesis 69" zu sehen. Die Veröffentlichung des "Nemesis 69"-Silberlings "Saufen, Sex und Kindergeld" wurde bis 1 Uhr nachts mit Live-Musik gefeiert, doch zunächst heizten "Mutterschutz" die bis 23 Uhr ständig wachsende Menschentraube im Saal an.
So standen zunächst 30 Leute vor der Bühne, als der vom Band eingespielte "Muppet Song" die Aufmerksamkeit der Besucher Richtung Band lenkte. Um halb zehn war das, und von Stück zu Stück wuchsen sowohl die Besucherzahl als auch die Stimmung der Zuhörer. Der Sound war gut, doch das darf von erfahrenen Musikern auch erwartet werden. "Mutterschutz" hatte nicht zu viel versprochen: Der eingängige Heavy Rock mit deutschen Texten kam gut an. Und selbst die Zuhörer, die nicht mit der Musik der 80er groß geworden sind, zeigten Interesse an den einfachen, aber witzigen Texten, die Sänger Michael Ebert im Stile des 80er Heavy Metal vortrug.
Viele Refrains waren zweistimmig, Gitarrist Uwe Fischer unterstützte seinen Sänger bei überwiegend melodiösen Teilen, und die zwei harmonierten prächtig. Obwohl immer mehr "Nemesis 69"-Fans kamen, schafften es "Mutterschutz", die Stimmung ständig steigen zu lassen, nicht zuletzt auch durch Coversongs. So gröhlten schon fast hundert Leute den Rio-Reiser-Klassiker "König von Deutschland" mit, und im letzten Drittel tischte die Band mit Käshofer Musikern "Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens auf. ......

Rheinpfalz 31.07.2004
Rock im Rodalbtal
Die Marschrichtung der Band aus Käshofen bei Zweibrücken ist klar. Deutsche Texte voller Ironie, Witz – teilweise von der recht derben Sorte –, aber auch mit sozialkritischem Hintergrund und nachdenklichen Momenten werden im Schlagerstil vom Frontmann Michael Ebert vorgetragen und mit hartem Rock unterlegt. Auf der „Mutterschutz"-Setliste finden sich Titel wie „Jungfrau", „Wer ficken will muss freundlich sein", „Heavy Metal Antichrist", „Nicht schon wieder du" oder „Schweine können fliegen". Noch in diesem Jahr soll die Debüt-CD der im Februar 2001 gegründeten Band mit elf Stücken, die derzeit aufgenommen werden, veröffentlicht werden.
Bei dieser Formation handelt es sich um erfahrene Musiker der Zweibrücker Szene. Der Gitarrist Uwe „Fitsch" Fischer hat von 1986 bis 1991 in der Band „Violent Forces" mitgewirkt, spielte auch bei „Medusa" und war zwischen 1992 und 2000 Mitglied der „Satanic Voices". Auf einer Party traf Fischer das ehemalige „Catweazle"-Mitglied Michael Ebert, der von 1989 bis 1991 bei besagter Band trommelte und später als Sänger bei „Mama Joe" und „Blind Date" agierte. Nach ein paar Treffen kristallisierten sich im März 2001 bereits feste Strukturen heraus – „Mutterschutz" war gegründet.
Das Line-Up vervollständigt Eberts Bruder Tobias (Schlagzeug), der zwischen 1991 und 1996 auch bei „Catweazle", „Mama Joe" und „Blind Date" mitwirkte, der Bassist Steffen Roland (Ex-„Razor's Edge", „Nobody's Else" und „Frozen Force") und Sven Enkler an der Gitarre. Letzterer war von 1993 bis 2001 mit den Bands „Peerless" und „Mad Headles Band" unterwegs. (mrk) Die Marschrichtung der Band aus Käshofen bei Zweibrücken ist klar. Deutsche Texte voller Ironie, Witz – teilweise von der recht derben Sorte –, aber auch mit sozialkritischem Hintergrund und nachdenklichen Momenten werden im Schlagerstil vom Frontmann Michael Ebert vorgetragen und mit hartem Rock unterlegt. Auf der „Mutterschutz"-Setliste finden sich Titel wie „Jungfrau", „Wer ficken will muss freundlich sein", „Heavy Metal Antichrist", „Nicht schon wieder du" oder „Schweine können fliegen". Noch in diesem Jahr soll die Debüt-CD der im Februar 2001 gegründeten Band mit elf Stücken, die derzeit aufgenommen werden, veröffentlicht werden.
Bei dieser Formation handelt es sich um erfahrene Musiker der Zweibrücker Szene. Der Gitarrist Uwe „Fitsch" Fischer hat von 1986 bis 1991 in der Band „Violent Forces" mitgewirkt, spielte auch bei „Medusa" und war zwischen 1992 und 2000 Mitglied der „Satanic Voices". Auf einer Party traf Fischer das ehemalige „Catweazle"-Mitglied Michael Ebert, der von 1989 bis 1991 bei besagter Band trommelte und später als Sänger bei „Mama Joe" und „Blind Date" agierte. Nach ein paar Treffen kristallisierten sich im März 2001 bereits feste Strukturen heraus – „Mutterschutz" war gegründet.
Das Line-Up vervollständigt Eberts Bruder Tobias (Schlagzeug), der zwischen 1991 und 1996 auch bei „Catweazle", „Mama Joe" und „Blind Date" mitwirkte, der Bassist Steffen Roland (Ex-„Razor's Edge", „Nobody's Else" und „Frozen Force") und Sven Enkler an der Gitarre. Letzterer war von 1993 bis 2001 mit den Bands „Peerless" und „Mad Headles Band" unterwegs. (mrk)

Rheinpfalz 05.03.2007
„Mutterschutz“ stellen ihre CD „Heavy Metal Antichrist“ im Juz Kirkel-Limbach vor 70 Zuhörern vor – „Pst!“ im Vorprogramm
Wo befand sich am Samstagabend für einen Hard-Rock-Fan das Paradies auf Erden? Da lässt sich sogar eine ganz vernünftig klingende Antwort geben: im Juz in Kirkel-Limbach, wo sich die beiden Formationen „Mutterschutz“ und „Pst!“ etwa 70 Gästen vorstellten. Wer den Jugendklub kennt, der weiß: Damit war die Konzerthalle restlos gefüllt und die CD-Release-Party für „Mutterschutz“ ein voller Erfolg.
Aber warum der Vergleich mit dem Paradies, wenn doch „Mutterschutz“, die deutsche Texte mit massivem Hard Rock vereinen, auf ihrer aktuellen CD von „Heavy Metal Antichrist“ sprechen? Ganz einfach: „Thrash“, Gitarrist und (Mit-)Singer bringt es im Gespräch mit der RHEINPFALZ auf den Punkt: „Wir wollten feiern“. Und feiern bedeutet in diesem Fall: a) freier Eintritt – b) 100 Liter Freibier und c) sogar noch mit „Pst!“ eine Vorband – und das sind (da kann nicht mal ein Heavy-Metal-Freund dagegen angrunzen) doch paradiesische Zustände.
Ein Panda mit einem Kopfschuss auf dem CD-Cover – und ein tiefrot gefärbtes „R“ mit Bandname könnten nun beim ersten Hinschauen signalisieren, dass die Band gar in Blut und Gewalt einen passenden Fetisch gefunden hätte. Das ist glücklicherweise nicht so. Allerdings liebt es das Quintett schon etwas derber. Was allerdings nur so auffällt, weilt die deutschen Texte eben verständlich sind und gegenüber manchen wüsten englischen Lyrics noch mit einer gewissen Zurückhaltung geschrieben sind. Na ja, und „Scheiße“ (kommt öfter vor) bringt heute niemand mehr auf die Barrikaden. Man versteht sich durchaus auf Ironie und bindet die Lyrics in gefeilte (da finden sich sogar schön ausgearbeitete zweistimmige Gitarrenlinien) Arrangements ein. Das Ganze bleibt zudem immer textdienlich und melodisch. „Hilfe, ich muss zum Bund“ hätte man ja schon in den späten 60ern so schreiben müssen oder können. Dass der Geruch in der Latrine kaum den in der Kantine übertreffen kann – da wurden wohl auch persönliche Erfahrungen etwas überspitzt auf den Punkt gebracht.
„Mutterschutz“ sind aber beileibe nicht nur eine Band, die sich an herb-witzigen Übertreibungen versucht. Gerade der Titelsong „Heavy Metal Antichrist“ macht deutlich, dass man eher die düsteren Daseins der menschlichen Existenz beleuchtet als sich in rosaroter Liebeslyrik oder sonstigem Abschnulzen wohl fühlte. Alle Refrains der vier Songs lassen sich schnell und beim ersten Hinhören gut mitsingen – darauf setzt die Band wohl auch.
„Pst!“ übernahmen die Rolle des Openers am Abend – „Einheizer“ wäre nicht ganz passend, weil man sich als Akustik-Trio präsentiert. Gespielt wird quer durch die Pub-Parade, und zwar all das, was das Publikum von solchen Formationen erwartet. Allerdings setzen „Pst!“ da auch einige besondere Akzente: Otto Waalkes‘ Version von Billy Joels „We Didn‘t Start the Fire“ macht immer viel Spaß, „We Are the Champions“ kommt als Akustik-Version eher seltener vor, dann schon eher „Californication“ der „Red Hot Chili Peppers“ oder „Johnny B.“ von den „Hooters“, das schon zu den Klub-Evergreens zählt. Und „Skandal im Sperrbezirk“ wird heute noch gerne nach dem dritten oder vierten Bier mitgesungen, da gibt es keine Generations-Konflikte.

Gerade die kleinen Partys sind oft die besten. Dass reges Gedränge bei der Osterdisco des Käshofer Vereins “Kultur&Rock” am Sonntagabend im Dorfgemeinschaftshaus Käshofen herrschte, ist übertrieben. Dennoch: Mit den zwei Livebands “Mutterschutz” und “Rock ago” lag der Veranstalter in Sachen Musik goldrichtig, weshalb der Abend auch mit “nur” etwa 140 Gästen ein Erfolg war.
Am Anfang sah es jedoch gar nicht danach aus: Beunruhigt bis nervös umherlaufende “Kultur&Rock”-Mitglieder, schleppender Betrieb an der Kasse und eine vor der Bühne sitzende Band namens “Mutterschutz”. Und das um knapp halb zehn, wo es doch schon um 21 Uhr hätte losgehen sollen. Docj je später der Abend, desto zahlreicher die kamen die Gäste. Der Saal füllte sich doch noch - wenn auch mit auffallend jungem Puplikum.
Ein kurzes “O.K., Käshofen ...” von “Mutterschutz”-Frontman Michael Ebert, dann gab die fünfköpfige Formation mit “Schweine können fliegen” ihr Debüt. “Alarmstufe gelb, Alarmstufe rot, wir fahren übers weite Meer, ohne Rettungsboot ...” tönte es durch den Saal. Doch mit einer beschaulichen Seefahrt hatte der Auftritt wenig gemein: Uwe Fischer (Gitarre), Sven Enkler (Gitarre) und Steffen Roland (Bass) griffen ordentlich in die Saiten, während Tobias Ebert am Schlagzeug keinen Takt schuldig blieb.
Der harte, melodiöse Gitarrenrock mochte in seiner Lautstärke manche zuerst erschreckt haben, doch vielleicht lag es auch einfach an der starken Präsenz, mit der Sänger Michael Ebert & Co. aufwarteten: Das Puplikum stand anfangs einfach nur da, schwieg und starrte auf die Bühne. Dass “Mutterschutz” bei ihrem erst sechsten öffentlichen Auftritt ankamen, das zeigte sich schon nach ihrem zweiten Song “Nicht schon wieder du”. Aus zaghaftem Applaus wurde bald richtiger Beifall, der die Truppe um den im Rollstuhl sitzenden Michael Ebert bestätigte.
Ihre Vielseitigkeit stellten die Jungs von “Mutterschutz” innerhalb nur weniger Titel unter Beweis: Von agressiv wie bei “Nicht schon wieder du” über parodierend (“Heavy Metal Antichrist”) bis ironisch (“Hilfe, ich muss zum Bund”) trafen die Fünf stets die richtigen Worte und Töne (die beide aus Michael Eberts Feder stammen) und nahmen manche Alltagssituation unterhaltsam unter die Lupe. So ging es um Frauen, die - auch wenn sie noch so schön sind - ihr Geschäft verrichten müssen, nervige Gesprächspartner und Bundeswehr-Alltag: “Täglich durch die Scheisse robben, nur am Wochenende poppen.” .....
Rheinpfalz, 10.10.2002
Das Porträt: "Unterhalten, nicht belehren"
Die Band "Mutterschutz" aus Käshofen: CD mit Eigenkompositionen soll bis Jahresende fertig sein
Wenn "Catweazle" mit satanischen Stimmen spricht, ist das dann "Mutterschutz"? Bei der Band "Mutterschutz ist das jedenfalls so. Auf einer Party haben sie sich getroffen, Ex-"Catweazle"-Mitglied Michael Ebert aus Käshofen und Uwe Fischer von den "Satanic Voices". Aus ein paar Treffen wurde im März vergangenen Jahres sehr schnell die neue Band. Und weil ein Mitglied zu dieser Zeit nur Teilzeit arbeitete und stets stolz verkündete, er genieße eben Mutterschutz, war auch der Name rasch gefunden.
Die fünfköpfige Band hat Spaß daran, Hardrock und Heavy Metal zu spielen, und das haben sie seit Sommer 2001 auch getan: Auf zahlreichen Veranstaltungen wie etwa dem Cityfest in Bexbach trat "Mutterschutz" bisher auf. Dass die Mitglieder - sie sind alle um die 30 - ihre musikalische Jugend in den 80ern verbrachten, ist deutlich zu hören.
"Doch wir wollen die Musik nicht neu erfinden, wegen uns muss sich niemand raffinierte Namen für ein neues Genre ausdenken", sagt Sänger Michael Ebert. Die Texte sind - wie der Bandname - deutsch, das schafft schnell Kontakt zu den Zuhörern, denn auch die Themenauswahl passt. Gesungen wird von der Unlust, zum Bund zu müssen und von den Problemen mit dem anderen Geschlecht. Dennoch finden sich auch sozialkritische oder auf andere Weise nachdenkliche Texte im Repertoire. Nicht selten versetzt mit einem Schuss (Selbst-)Ironie, wie auch das Band-Info treffend verrät: "Mutterschutz will unterhalten, nicht belehren."
Die Besetzung der Band ist für Hardrock geradezu klassisch: Zwei Gitarren, gespielt von Uwe Fischer und Sven Enkler, den Bass zupft der Elversberger Steffen Roland und am Schlagzeug sitzt der Bruder des bereits erwähnten Sängers Michael, Tobias Ebert aus Käshofen.
In dieser Besetzung war die Band aus dem Saarpfalzkreis bereits im Tonstudio, um ihre Stücke auf Band zu bannen. Elf Songs sollen auf der ersten "Mutterschutz"-CD sein, mit der sie Ende des Jahres fertig sein wollen, ausschließlich Eigenkompositionen. Bei Konzerten und über die Homepage www.mutterschutz.net sollen die Silberlinge vertrieben werden.
"Die Sache mit den Eigenkompositionen ist das Kniffligste", sagt Michael Ebert, "denn als Coverband hat man"s heute leichter". Doch darin liege die Herausforderung, so der Sänger. Bei Auftritten haben die fünf Musiker jedoch auch zwei Coverstücke parat: "Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens und Rio Reisers Evergreen "König von Deutschland".
Und so darf man gespannt sein, welche dieser Stücke sich im so genannten Set (so nennt man die live gespielten Songs eines Auftritts) finden werden, und ob es "Mutterschutz" gelingen wird, die Leute zu begeistern. Das Rezept jedenfalls ist in sich stimmig: Musik und Texte bilden eine Einheit, erfahrene Musiker sind an den Instrumenten, und die gespielte Musik ist eingängig und rockig.
konzert
Am Samstag, 12. Oktober, um 22 Uhr (nicht um 20 Uhr, wie gestern irrtümlich berichtet) ist "Mutterschutz" als Vorgruppe zu "Nemesis 69" beim Konzert im Zweibrücker "Erdgeschoss" (Pirmasenser Straße 114) zu erleben.
Eintritt: fünf Euro
Rheinpfalz 15.10.2002
Sex und Kindergeld, aber kein Wort zur Familienpolitik
CD-Release-Party von "Nemesis 69" im "Erdgeschoss" - Im Vorprogramm heizen "Mutterschutz" ordentlich ein
Obgleich am Samstagabend öfters die Vokabeln "Kindergeld" und "Mutterschutz" genannt wurden: Die über hundert Besucher waren nicht wegen eines Vortrags über Familienpolitik im "Erdgeschoss". Sie waren gekommen, um die Auftritte von "Mutterschutz" und "Nemesis 69" zu sehen. Die Veröffentlichung des "Nemesis 69"-Silberlings "Saufen, Sex und Kindergeld" wurde bis 1 Uhr nachts mit Live-Musik gefeiert, doch zunächst heizten "Mutterschutz" die bis 23 Uhr ständig wachsende Menschentraube im Saal an.
So standen zunächst 30 Leute vor der Bühne, als der vom Band eingespielte "Muppet Song" die Aufmerksamkeit der Besucher Richtung Band lenkte. Um halb zehn war das, und von Stück zu Stück wuchsen sowohl die Besucherzahl als auch die Stimmung der Zuhörer. Der Sound war gut, doch das darf von erfahrenen Musikern auch erwartet werden. "Mutterschutz" hatte nicht zu viel versprochen: Der eingängige Heavy Rock mit deutschen Texten kam gut an. Und selbst die Zuhörer, die nicht mit der Musik der 80er groß geworden sind, zeigten Interesse an den einfachen, aber witzigen Texten, die Sänger Michael Ebert im Stile des 80er Heavy Metal vortrug.
Viele Refrains waren zweistimmig, Gitarrist Uwe Fischer unterstützte seinen Sänger bei überwiegend melodiösen Teilen, und die zwei harmonierten prächtig. Obwohl immer mehr "Nemesis 69"-Fans kamen, schafften es "Mutterschutz", die Stimmung ständig steigen zu lassen, nicht zuletzt auch durch Coversongs. So gröhlten schon fast hundert Leute den Rio-Reiser-Klassiker "König von Deutschland" mit, und im letzten Drittel tischte die Band mit Käshofer Musikern "Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens auf. ......
Rheinpfalz 31.07.2004
Rock im Rodalbtal
Die Marschrichtung der Band aus Käshofen bei Zweibrücken ist klar. Deutsche Texte voller Ironie, Witz – teilweise von der recht derben Sorte –, aber auch mit sozialkritischem Hintergrund und nachdenklichen Momenten werden im Schlagerstil vom Frontmann Michael Ebert vorgetragen und mit hartem Rock unterlegt. Auf der „Mutterschutz"-Setliste finden sich Titel wie „Jungfrau", „Wer ficken will muss freundlich sein", „Heavy Metal Antichrist", „Nicht schon wieder du" oder „Schweine können fliegen". Noch in diesem Jahr soll die Debüt-CD der im Februar 2001 gegründeten Band mit elf Stücken, die derzeit aufgenommen werden, veröffentlicht werden.
Bei dieser Formation handelt es sich um erfahrene Musiker der Zweibrücker Szene. Der Gitarrist Uwe „Fitsch" Fischer hat von 1986 bis 1991 in der Band „Violent Forces" mitgewirkt, spielte auch bei „Medusa" und war zwischen 1992 und 2000 Mitglied der „Satanic Voices". Auf einer Party traf Fischer das ehemalige „Catweazle"-Mitglied Michael Ebert, der von 1989 bis 1991 bei besagter Band trommelte und später als Sänger bei „Mama Joe" und „Blind Date" agierte. Nach ein paar Treffen kristallisierten sich im März 2001 bereits feste Strukturen heraus – „Mutterschutz" war gegründet.
Das Line-Up vervollständigt Eberts Bruder Tobias (Schlagzeug), der zwischen 1991 und 1996 auch bei „Catweazle", „Mama Joe" und „Blind Date" mitwirkte, der Bassist Steffen Roland (Ex-„Razor's Edge", „Nobody's Else" und „Frozen Force") und Sven Enkler an der Gitarre. Letzterer war von 1993 bis 2001 mit den Bands „Peerless" und „Mad Headles Band" unterwegs. (mrk) Die Marschrichtung der Band aus Käshofen bei Zweibrücken ist klar. Deutsche Texte voller Ironie, Witz – teilweise von der recht derben Sorte –, aber auch mit sozialkritischem Hintergrund und nachdenklichen Momenten werden im Schlagerstil vom Frontmann Michael Ebert vorgetragen und mit hartem Rock unterlegt. Auf der „Mutterschutz"-Setliste finden sich Titel wie „Jungfrau", „Wer ficken will muss freundlich sein", „Heavy Metal Antichrist", „Nicht schon wieder du" oder „Schweine können fliegen". Noch in diesem Jahr soll die Debüt-CD der im Februar 2001 gegründeten Band mit elf Stücken, die derzeit aufgenommen werden, veröffentlicht werden.
Bei dieser Formation handelt es sich um erfahrene Musiker der Zweibrücker Szene. Der Gitarrist Uwe „Fitsch" Fischer hat von 1986 bis 1991 in der Band „Violent Forces" mitgewirkt, spielte auch bei „Medusa" und war zwischen 1992 und 2000 Mitglied der „Satanic Voices". Auf einer Party traf Fischer das ehemalige „Catweazle"-Mitglied Michael Ebert, der von 1989 bis 1991 bei besagter Band trommelte und später als Sänger bei „Mama Joe" und „Blind Date" agierte. Nach ein paar Treffen kristallisierten sich im März 2001 bereits feste Strukturen heraus – „Mutterschutz" war gegründet.
Das Line-Up vervollständigt Eberts Bruder Tobias (Schlagzeug), der zwischen 1991 und 1996 auch bei „Catweazle", „Mama Joe" und „Blind Date" mitwirkte, der Bassist Steffen Roland (Ex-„Razor's Edge", „Nobody's Else" und „Frozen Force") und Sven Enkler an der Gitarre. Letzterer war von 1993 bis 2001 mit den Bands „Peerless" und „Mad Headles Band" unterwegs. (mrk)
Rheinpfalz 05.03.2007
„Mutterschutz“ stellen ihre CD „Heavy Metal Antichrist“ im Juz Kirkel-Limbach vor 70 Zuhörern vor – „Pst!“ im Vorprogramm
Wo befand sich am Samstagabend für einen Hard-Rock-Fan das Paradies auf Erden? Da lässt sich sogar eine ganz vernünftig klingende Antwort geben: im Juz in Kirkel-Limbach, wo sich die beiden Formationen „Mutterschutz“ und „Pst!“ etwa 70 Gästen vorstellten. Wer den Jugendklub kennt, der weiß: Damit war die Konzerthalle restlos gefüllt und die CD-Release-Party für „Mutterschutz“ ein voller Erfolg.
Aber warum der Vergleich mit dem Paradies, wenn doch „Mutterschutz“, die deutsche Texte mit massivem Hard Rock vereinen, auf ihrer aktuellen CD von „Heavy Metal Antichrist“ sprechen? Ganz einfach: „Thrash“, Gitarrist und (Mit-)Singer bringt es im Gespräch mit der RHEINPFALZ auf den Punkt: „Wir wollten feiern“. Und feiern bedeutet in diesem Fall: a) freier Eintritt – b) 100 Liter Freibier und c) sogar noch mit „Pst!“ eine Vorband – und das sind (da kann nicht mal ein Heavy-Metal-Freund dagegen angrunzen) doch paradiesische Zustände.
Ein Panda mit einem Kopfschuss auf dem CD-Cover – und ein tiefrot gefärbtes „R“ mit Bandname könnten nun beim ersten Hinschauen signalisieren, dass die Band gar in Blut und Gewalt einen passenden Fetisch gefunden hätte. Das ist glücklicherweise nicht so. Allerdings liebt es das Quintett schon etwas derber. Was allerdings nur so auffällt, weilt die deutschen Texte eben verständlich sind und gegenüber manchen wüsten englischen Lyrics noch mit einer gewissen Zurückhaltung geschrieben sind. Na ja, und „Scheiße“ (kommt öfter vor) bringt heute niemand mehr auf die Barrikaden. Man versteht sich durchaus auf Ironie und bindet die Lyrics in gefeilte (da finden sich sogar schön ausgearbeitete zweistimmige Gitarrenlinien) Arrangements ein. Das Ganze bleibt zudem immer textdienlich und melodisch. „Hilfe, ich muss zum Bund“ hätte man ja schon in den späten 60ern so schreiben müssen oder können. Dass der Geruch in der Latrine kaum den in der Kantine übertreffen kann – da wurden wohl auch persönliche Erfahrungen etwas überspitzt auf den Punkt gebracht.
„Mutterschutz“ sind aber beileibe nicht nur eine Band, die sich an herb-witzigen Übertreibungen versucht. Gerade der Titelsong „Heavy Metal Antichrist“ macht deutlich, dass man eher die düsteren Daseins der menschlichen Existenz beleuchtet als sich in rosaroter Liebeslyrik oder sonstigem Abschnulzen wohl fühlte. Alle Refrains der vier Songs lassen sich schnell und beim ersten Hinhören gut mitsingen – darauf setzt die Band wohl auch.
„Pst!“ übernahmen die Rolle des Openers am Abend – „Einheizer“ wäre nicht ganz passend, weil man sich als Akustik-Trio präsentiert. Gespielt wird quer durch die Pub-Parade, und zwar all das, was das Publikum von solchen Formationen erwartet. Allerdings setzen „Pst!“ da auch einige besondere Akzente: Otto Waalkes‘ Version von Billy Joels „We Didn‘t Start the Fire“ macht immer viel Spaß, „We Are the Champions“ kommt als Akustik-Version eher seltener vor, dann schon eher „Californication“ der „Red Hot Chili Peppers“ oder „Johnny B.“ von den „Hooters“, das schon zu den Klub-Evergreens zählt. Und „Skandal im Sperrbezirk“ wird heute noch gerne nach dem dritten oder vierten Bier mitgesungen, da gibt es keine Generations-Konflikte.